Schritt-für-Schritt-Anleitung für Uptime Kuma auf Ubuntu mit Docker Compose, erstem Login, Reverse Proxy und sinnvollen Monitoring-Basics.
Anleitung personalisieren
Trage Domain und Server-IP ein, damit Zugriffs-URLs und Reverse-Proxy-Beispiele direkt zu deinem Setup passen.
Uptime Kuma ist ein modernes, selbst gehostetes Monitoring-Tool, mit dem du Webseiten, Server, APIs, Ports, Zertifikate und viele weitere Dienste überwachen kannst. Besonders praktisch: Die Oberfläche ist übersichtlich, schnell eingerichtet und für kleinere bis mittlere Self-Hosted-Umgebungen ideal.
In dieser Anleitung installieren wir Uptime Kuma auf einem Ubuntu Server mit Docker Compose, richten den ersten Zugriff ein und zeigen, wie du den Dienst später sauber hinter einem Reverse Proxy betreibst.
1. Voraussetzungen
- Ubuntu Server 22.04 oder neuer
- Root- oder Sudo-Zugriff
- Docker mit Docker Compose Plugin
- Optional eine Domain wie
status.example.comfür den Zugriff über HTTPS - Optional ein Reverse Proxy wie Caddy, Traefik oder Nginx Proxy Manager
Wenn Docker auf deinem Server noch fehlt, schau dir zuerst diese Anleitung an:
2. Arbeitsverzeichnis erstellen
Lege ein eigenes Verzeichnis für Uptime Kuma an und wechsle hinein:
mkdir -p ~/uptime-kuma cd ~/uptime-kuma
Das hält Compose-Datei und Daten übersichtlich an einem Ort.
3. Offizielle Compose-Datei herunterladen
Das Projekt stellt eine offizielle compose.yaml bereit. Lade sie direkt vom GitHub-Repository herunter:
curl -o compose.yaml https://raw.githubusercontent.com/louislam/uptime-kuma/master/compose.yaml
Prüfe anschließend, ob die Datei vorhanden ist:
ls -lh
Du solltest nun mindestens die Datei compose.yaml sehen.
Hinweis: Uptime Kuma speichert Daten lokal im Volume bzw. Dateisystem. Ein NFS-Mount ist für das Datenverzeichnis laut Projekt nicht empfehlenswert.
4. Container starten
Starte jetzt den Stack im Hintergrund:
docker compose up -d
Prüfe danach den Status:
docker compose ps
Wenn etwas nicht korrekt startet, helfen die Logs weiter:
docker compose logs -f
5. Erster Zugriff auf Uptime Kuma
Nach dem Start erreichst du Uptime Kuma standardmäßig auf Port 3001:
http://10.0.0.5:3001
Öffne die URL im Browser und lege dein erstes Admin-Konto an. Dafür brauchst du:
- einen Benutzernamen
- ein sicheres Passwort
- optional später 2FA für zusätzlichen Schutz
Nach dem ersten Login landest du direkt im Dashboard und kannst deine ersten Monitore anlegen.
6. Uptime Kuma hinter einem Reverse Proxy betreiben
Für einen produktiven Betrieb ist eine eigene Domain mit HTTPS deutlich angenehmer als der direkte Zugriff über IP und Port. Mit Caddy könnte das zum Beispiel so aussehen:
status.example.com {
reverse_proxy localhost:3001
}
Danach erreichst du dein Monitoring sauber unter:
https://status.example.com
Vorteile davon:
- HTTPS ohne Browser-Warnungen
- einfacherer Zugriff von mehreren Geräten
- saubere Einbindung in dein bestehendes Self-Hosting-Setup
Wenn du bereits Caddy oder Traefik nutzt, ist das meist der beste Weg.
7. Erste sinnvolle Monitore anlegen
Nach dem Login kannst du direkt mit den wichtigsten Monitoren starten. Besonders sinnvoll sind:
- HTTP(s) für Webseiten und Webapps
- Ping für Server und Netzwerkgeräte
- Port für Dienste wie SSH, SMTP oder Datenbanken
- Keyword für Inhaltsprüfungen auf Webseiten
- Zertifikat zur Überwachung von TLS-Laufzeiten
Ein guter Start ist zum Beispiel:
- deine Hauptwebseite
- dein Reverse Proxy
- Portainer oder andere Admin-Oberflächen
- SSH-Port deines Servers
8. Benachrichtigungen konfigurieren
Uptime Kuma wird erst dann richtig nützlich, wenn du Ausfälle nicht nur im Dashboard siehst, sondern aktiv benachrichtigt wirst. In den Einstellungen kannst du unter anderem anbinden:
- E-Mail (SMTP)
- Telegram
- Discord
- Gotify
- Slack und viele weitere Dienste
Richte mindestens einen Benachrichtigungskanal ein, damit du bei Ausfällen sofort reagieren kannst.
9. Updates einspielen
Für Updates reicht in der Regel folgendes:
cd ~/uptime-kuma curl -o compose.yaml https://raw.githubusercontent.com/louislam/uptime-kuma/master/compose.yaml docker compose pull docker compose up -d
Prüfe danach kurz, ob alles wieder wie erwartet läuft:
docker compose ps docker compose logs --tail=50
10. Backups nicht vergessen
Damit du Monitore, Statusseiten, Benachrichtigungen und Historie nicht verlierst, solltest du das Datenverzeichnis regelmäßig sichern. Wenn du Docker Volumes oder lokale Bind-Mounts nutzt, nimm diese unbedingt in dein Backup-Konzept auf.
Gerade bei produktiv genutzten Statusseiten und längerer Monitoring-Historie lohnt sich eine saubere Datensicherung von Anfang an.
11. Fazit
Mit Uptime Kuma bekommst du in kurzer Zeit ein starkes Self-Hosted-Monitoring für Webseiten, Server und Dienste. Die Installation auf Ubuntu mit Docker Compose ist einfach, schnell und sauber wartbar.
Wenn du bereits mehrere Dienste betreibst, ist Uptime Kuma einer der nützlichsten Bausteine überhaupt: Du siehst sofort, wenn etwas ausfällt, und kannst Benachrichtigungen zentral steuern.
Tipp:
Kombiniere Uptime Kuma mit einem Reverse Proxy und überwache danach direkt deine wichtigsten Dienste wie Webseite, SSH, Portainer, Nextcloud oder VPN.